Jährlich wird ca. 60-70 afghanischen Kindern eine medizinische Behandlung in Deutschland ermöglicht. Über die Herzbrücke der Albertinen-Stiftung gelangen sie nach Deutschland und kommen in Gastfamilien unter. Krankheiten wie Herzfehler, Knochenentzündungen und Verbrennungen sind in Deutschland gut behandelbar, in ihrer Heimat dagegen oft tödlich. Wir haben die Kinder auf ihren Ausflügen in Hamburg begleitet

Februar 2008, Wissenswertes sehen und lernen:

Es sind faszinierende Kinder, die da vor uns stehen! Es sind ca. 50 an der Zahl, im Alter von 2-14 Jahren. Wir befinden uns am Hamburger Flughafen, die Kinder checken ein, bevor es morgen zurück zu ihren Familien in die Heimat geht.

Zum ersten Mal begegnen wir ihnen in solch einer großen Anzahl. Bei unserem Zusammentreffen werden Mortaza, Mustafa und ich Hila von den Kindern ganz genau unter die Lupe genommen. Sie haben keinen misstrauischen Blick, sind eher vorsichtig, ein wenig verschüchtert. Doch als wir auf die Kinder zugehen und uns ihnen in ihrer Muttersprache vorstellen, bricht sofort das Eis! Ihre Augen strahlen, wie es Kinderaugen tun sollten. Sie durchlöchern uns mit Fragen, obwohl eigentlich wir die Neugierigen sind.

Einigen wenigen Kindern sieht man äußerlich sofort ihre Erkrankung an. Sie leiden unter Verbrennungen oder Gliedamputationen. Doch die Mehrheit scheint uns vollkommen gesund. Weder ihr Verhalten noch ihre körperliche Verfassung weist auch nur geringste Anzeichen einer Krankheit auf. Doch gerade diese Kinder sind am schwersten betroffen. Sie leiden unter schwersten Herzerkrankungen.

Nach einer kurzen Kennenlernphase und der beiderseitigen „Beschnupperung“ wurden wir von einem eigens organisiertem HVV-Bus abgeholt. Die Fahrt im Bus gehörte definitiv zu unseren Highlights. Die ganze Fahrt über wurde gesungen, geklatscht und getanzt. Selten haben wir solch eine Freude, solch eine Ausgelassenheit erlebt; selten wurden wir so tief berührt, so emotional bewegt. Das Lächeln auf unseren Gesichtern über dieses Spektakel, über die Heiterkeit und Freude dieser kleinen Menschen, war nicht mehr wegzukriegen.

Museum für Kunst und Gewerbe

Unsere erste Station war das Museum für Kunst und Gewerbe. Die Kinder konnten in einem für uns bereitgestellten Raum spielend Wissenswertes sehen und erlernen. Im Zauberwald konnten sie sich verkleiden, toben und ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Zudem wurde ihnen ein Origami-Kurs angeboten, welchen die Kinder mit großer Begeisterung annahmen.

Hagenbecks Tierpark: Der Elefant ist ja riesig!

Im Juni 2008 begleiteten wir mit großer Freude erneut die Kinder auf einem Ausflug. Diesmal war es eine neue Gruppe, aber genauso liebenswert wie die erste! Unser Ausflug ging in Hagenbeks Tierpark. Bevor es wieder in die Heimat ging, konnten die Kinder an diesem herrlich sonnigen Tag die vielfältige Tierwelt bestaunen.

Es war kaum zu übersehen, wie beeindruckt sie von den, ihnen bis dahin unbekannten Lebewesen waren. Für viele war es der erste Besuch in einem Zoo. Einige Tiere kannten sie nur vom Hörensagen, bestenfalls aus dem Fernseher.

Ihre anfängliche Angst und Scheu vor den Tieren verflog und verwandelte sich in Neugierde und große Euphorie.

Der Abschied folgte bald darauf. Am Flughafen angekommen, begriffen die ersten Kinder, was ihnen bevorsteht: die Heimreise nach Afghanistan.

Die kleineren Kinder fingen an zu weinen, sie schrien nach ihren Gastmüttern. Die Älteren dagegen waren gefangen und schlugen sich wacker. Sie vermissten ihre leiblichen Eltern und man merkte ihnen den Zwiespalt der Gefühle an. Meine Frage, ob sie lieber hier bleiben wollen oder zurück nach Afghanistan, beantworten sie bedachtsam und tapfer: „Was sollen wir hier in Deutschland, wenn wir wissen, dass es unseren Eltern drüben schlecht geht. Unser größter Wünsch ist es, gemeinsam mit unseren Eltern hier zu leben.“

Starke und deutliche Worte beeindruckender Kinder.

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*